Stausperre in Holland: Prämien für Umwege

Die Autobahnen zur Rush Hour sind für alle Autofahrer ein Ärgernis. Ständig verstopft und Staus soweit das Auge reicht. Doch die niederländische Regierung schiebt den Autoschlangen einen Riegel vor. Die Idee: Geld für Umwege.


Staus. Alle kennen sie. Alle hassen sie. Sie sind schlecht für die Umwelt, schlecht für die Arbeit und schlagen außerdem auf das Gemüt. Natürlich wird schon seit Langem versucht dieses Problem endlich unter Kontrolle zu bringen, der große Durchbruch blieb allerdings wohl ganz offensichtlich noch aus. Schließlich sammeln sich zu Stoßzeiten immer noch endlose Autoschlangen auf allen deutschen Autobahnen. Da fragt man sich doch kann man wirklich gar nichts gegen dieses Ärgernis unternehmen?

 

Die gleiche Frage stellte sich auch die niederländische Regierung. Diese kam jedoch zu dem Schluss, dass etwas dagegen unternommen werden kann und muss. Daher führten sie ein Projekt ein, welches Pendlern erlaubt einen GPS-Sensor auf ihren Arbeitswegen mitzuführen. Dieser zeichnet die Strecke auf, die der Pendler gewählt hat. Letztendlich wird der Autofahrer für jeden Umweg, den er zur Rush Hour in Kauf genommen hat, um die Hauptverkehrswege zu meiden, von der Regierung entlohnt. Abhängig von der Strecke und der Länge dieser Umwege variiert dann die Prämie, die der Pendler erhält. So kann man ohne großartig Zeit zu verlieren bis zu 100 Euro im Monat dazuverdienen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die Regierung eine Milliarde Euro zur Finanzierung des Projektes zur Verfügung stellte.

 

Und das Projekt scheint schon erste Erfolge zu verzeichnen. Die Fahrzeugdichte zu Stoßzeiten hat sich deutlich verringert und das bekommt nicht nur den Autofahrern, sondern auch der Umwelt gut. Ob die deutsche Regierung in nächster Zeit, aufgrund dieser Erfolge ebenfalls eine Umweg-Prämie einführt, ist allerdings eine andere Frage.


alondo.tv am 31.05.2012


ShoppingTipps



Weitere Motor News


© 2012 alondo.tv